Interview mit Kai Rübsamen

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Interview mit Kai Rübsamen

Vom 27. bis 29. Juni 2014 findet das Publishing BootCamp in Grainau am Fuße der Zugspitze statt, bei dem wir als Organisator dabei sein werden. Vorab haben wir die Trainer des Publishing BootCamps zum Interview gebeten.

ruebi-tnPubCamp: Woran arbeitest du gerade?

Kai: Ich versuche, die Print-Ausgabe des alverde-Magazins (dm) etwas mehr zu automatisieren, indem ich alles nutze, was InDesign an Funktionalitäten für Print bietet. Parallel erstelle ich gerade ein interaktives Dokument für das Schulungsprogramm eines Herstellers für Industrieroboter.

PubCamp: Hast du ein Motto, einen Lieblingsspruch?

Kai: »Nicht reden, machen!« Gehört hab ich den von Götz George im Zusammenhang mit einem Schimanski-Interview. ;-)

PubCamp: Welchen Berufswunsch hattest du als Kind?

Kai: Wahrscheinlich Feuerwehrmann oder Held. Insbesondere Letzteres ist daran gescheitert, dass ich keine Strumpfhosen mochte.

PubCamp: Was würdest du jemandem raten oder mitgeben, der in dein Fachgebiet neu einsteigt?

Kai: Dass er auch nach 18 Uhr für das Thema brennen oder lieber etwas anderes machen sollte.

PubCamp: Mac oder Windows und warum?

Kai: Nur Mac. Ich habe in der Zeit angefangen, als man noch regelmäßige blaue und grüne Bildschirme unter Windows hatte. Mich nerven unstabile Programme und Betriebssysteme. Beim Mac weiß man, was man hat.

PubCamp: Wo findet man dich in den »sozialen Medien« und warum genau dort?

Kai: Man findet mich eigentlich nur ab und zu bei Twitter oder in meinem Blog. Ich finde irgendwie nicht die Zeit, aktiver zu sein.

PubCamp: Was war dein genialstes Projekt bisher?

Kai: Ich habe nur geniale Projekte. Wenn ich zwischen der interaktiven Preisliste mit 36.000 Datensätzen, dem Johann-Lafer-EPUB, der alverde- oder WMF-App oder einem kleinen Projekt (das mit einem eigenen Skript von mir fast von selber läuft) wählen soll, fällt mir das mehr als schwer.

PubCamp: Wie sieht dein Schreibtisch aus?

Kai: Der echte ist sehr ordentlich. Da sind quasi nur die Tastatur und das Grafiktablett sowie zwei Monitore drauf, keine Maus. Auf dem zweiten liegen dann die Job-Taschen und ein paar Zettel, aber auch ordentlich. Auf dem Rechner sieht es anders aus. Wenn der Schreibtisch dort halb voll ist, mache ich mir einen Ordner »Sortieren«, und dann hat man wieder einen Moment Ruhe. ;-)

PubCamp: Wie lange wird noch Papier bedruckt werden?

Kai: Ich habe in letzter Zeit die Angewohnheit entwickelt, mir insbesondere Fachbücher digital und als Printausgabe zu bestellen. Je nach Situation entscheide ich dann, was ich nehme. Ich denke, es wird noch länger Papier bedruckt werden. Das gilt vor allem für Sachen, die länger haltbar sind.

PubCamp: Deine liebsten Momente bei Vorträgen/Schulungen? Und die unangenehmsten?

Kai: Liebster Moment: Wenn du einem Teilnehmer in Reihe 10 die Lösung für sein Problem verrätst, ohne vorher auf seinen Rechner gesehen zu haben, oder wenn man ein Problem erklärt, und zehn Leute im Publikum nicken zustimmend.

Unangenehme Momente: Wenn es rein gar kein visuelles Feedback im Publikum gibt.

PubCamp: Was ist dein Kreativitäts- oder Motivations-Joker, wenn mal gar nichts vorangeht?

Kai: Ich stelle mir vor, dass ich mit einer Schaufel am Straßenrand stehen könnte, anstatt im Warmen zu sitzen und meinen Traumjob zu machen.

PubCamp: Was unternimmst du, wenn du mal rein überhaupt nichts mit deiner Arbeit zu tun haben willst?

Kai: Ich spiele Klavier, sehe mir Kinofilme auf DVD in englischer Sprache an oder gehe gerne Essen.

PubCamp: Wie müsste sich dein Arbeitsfeld entwickeln, damit dir die Arbeit auch in fünfzehn Jahren noch Spaß macht?

Kai: Es müsste vor allem InDesign in 15 Jahren noch geben. Ich mache mir gerade keine Gedanken über Entwicklungen und finde es spannend, dass man eben die nächsten Jahre nicht planen und sich nicht auf bereits Erreichtem ausruhen kann.

PubCamp: Was würdest du tun, wenn bei einem deiner Vorträge/Schulungen der Strom ausfiele, aber niemand den Veranstaltungsort vorzeitig verlassen könnte?

Kai: Ich würde entweder schlechte Witze oder ein paar von meinen »Fettnäpfchen« erzählen, in die ich in meiner Zeit als Referent oder Trainer reingetreten bin. Alternativ könnte ich wahrscheinlich auch einen abendfüllenden Vortrag zum Thema EPUB halten, ohne je ein EPUB gezeigt zu haben. Es käme auf einen Versuch an …

PubCamp: Was lästern Mitarbeiter/Kollegen über dich; was sollten deine Kunden besser nicht über dich wissen?

Kai: Ich achte in meinen Schulungen extrem auf »sauberes Arbeiten« und gut strukturierte Dokumente. Bei meinen eigenen Projekten bin ich da schon etwas lockerer. Oder ich schreibe mir gerade öfter zu Lernzwecken zum Beispiel eine Stunde lang ein Skript zur Arbeitserleichterung, wo die eigentliche Arbeit in fünf Minuten »zu Fuß« zu erledigen wäre. ;-)

PubCamp: Danke für deine Offenheit; wir freuen uns aufs PubCamp mit dir und den anderen Referenten!